Der Jahresgang des Bodensees: Wann steht der See am höchsten?
Redaktion bodensee-pegel.de ·
Der Bodensee steht im Frühsommer am höchsten und im Spätwinter am tiefsten. Im Mittel liegen zwischen dem höchsten und dem tiefsten Stand eines Jahres 194 cm. Ursache ist die Schneeschmelze in den Alpen; ein Wehr, das den Abfluss regelt, gibt es nicht.
Der typische Jahreslauf in Zahlen
Die Tabelle zeigt das langjährige Mittel je Monat am Pegel Konstanz, berechnet aus den Tageswerten des Pegels Lindau der Jahre 1879 bis 2025. Zwischen dem tiefsten Monat (Februar, 286 cm) und dem höchsten (Juli, 424 cm) liegen im Mittel 138 cm.
| MONAT | MITTEL |
|---|---|
| Januar | 292 cm |
| Februar | 286 cm |
| März | 291 cm |
| April | 314 cm |
| Mai | 360 cm |
| Juni | 415 cm |
| Juli | 424 cm |
| August | 398 cm |
| September | 371 cm |
| Oktober | 342 cm |
| November | 317 cm |
| Dezember | 302 cm |
Das langjährige Mittel über alle Tage liegt bei 343 cm. Der höchste Stand eines Jahres erreicht im Mittel 459 cm, der tiefste 265 cm.
Warum der See im Sommer steigt
Der größte Zufluss des Bodensees ist der Alpenrhein. Sein Einzugsgebiet reicht weit in die Alpen hinein. Im Winter fällt dort der Niederschlag als Schnee und bleibt liegen – die Zuflüsse führen wenig Wasser, der See sinkt. Ab dem Frühjahr schmilzt der Schnee, zuerst in tiefen, dann in hohen Lagen. Zusammen mit Regen im Frühsommer füllt das den See bis in den Juni und Juli.
Der Bodensee hat kein Wehr, das den Abfluss steuert. Was mehr zufließt, als der Rhein bei Stein am Rhein abführt, hebt den Wasserspiegel. Im Herbst lassen die Zuflüsse nach, und der See fällt langsam wieder bis zum Tief im Spätwinter.
Wann Hoch und Tief tatsächlich eintreten
Das Jahreshoch fiel seit 1879 am häufigsten in den Juni (38 % der Jahre), das Jahrestief in den Februar (29 %). In schneearmen Wintern oder trockenen Sommern verschiebt und verkleinert sich der Ausschlag: Die kleinste Schwankung gab es 2022 mit nur 95 cm, die größte 1890 mit 321 cm.
Und heute?
Gerade zeigt der Pegel Konstanz 251 cm. Das sind 91 cm weniger als das langjährige Mittel für den Oktober (342 cm). Wie sich das laufende Jahr im Vergleich entwickelt, zeigt die Jahreskurve auf der Startseite; alle Jahre seit 1879 stehen in der Pegel-Historie.
Fragen
Wann ist der Bodensee am höchsten?
Im Frühsommer. Das Jahreshoch fiel seit 1879 am häufigsten in den Juni (38 % der Jahre); das höchste Monatsmittel hat der Juli mit 424 cm am Pegel Konstanz.
Wann ist der Bodensee am niedrigsten?
Im Spätwinter. Das Jahrestief fiel am häufigsten in den Februar (29 % der Jahre); das tiefste Monatsmittel hat der Februar mit 286 cm.
Wie stark schwankt der Bodensee in einem Jahr?
Im Mittel liegen zwischen Jahreshöchst- und Jahrestiefstwert 194 cm. Am wenigsten waren es 95 cm (2022), am meisten 321 cm (1890).
Wird der Wasserstand des Bodensees reguliert?
Nein. Anders als viele Alpenrandseen hat der Bodensee kein Wehr, das den Abfluss steuert. Der Wasserstand folgt deshalb direkt Zuflüssen, Niederschlag und Schneeschmelze.