Pegel, Pegelnull und Wassertiefe: Was die Zahl bedeutet
Redaktion bodensee-pegel.de ·
Der Pegel Konstanz zeigt gerade 251 cm (17:15 Uhr). Das heißt nicht, dass der Bodensee 2,51 Meter tief ist: Der Wert gibt an, wie hoch die Wasseroberfläche über einem festen Bezugspunkt steht – dem Pegelnullpunkt.
Was ein Pegel misst
Ein Pegel ist eine Messstelle für den Wasserstand. Früher war das eine Latte mit Zentimeterteilung am Ufer, heute messen Sensoren automatisch, in Konstanz alle 15 Minuten. Gemessen wird immer dasselbe: die Höhe der Wasseroberfläche an genau dieser Stelle. Wie tief das Wasser darunter ist, hängt dagegen vom Seegrund ab – direkt am Ufer wenige Zentimeter, an der tiefsten Stelle des Obersees rund 250 Meter.
Pegelnull: der feste Bezugspunkt
Damit Pegelwerte vergleichbar sind, braucht jeder Pegel einen festen Nullpunkt. Beim Pegel Konstanz liegt er bei 391,89 m über Normalhöhennull (NHN), der amtlichen Höhenbezugsfläche in Deutschland. Er ist so tief gewählt, dass der Wasserstand praktisch nie darunter fällt – so bleiben die Werte immer positiv.
Aus dem Pegelwert lässt sich die Höhe der Wasseroberfläche direkt ausrechnen:
- Höhe in m ü. NHN = Pegelnull + Pegelwert ÷ 100
- Heute: 391,89 m + 251 cm = 394,40 m ü. NHN
Umgekehrt sagt eine Höhenangabe in einer Karte (in m ü. NHN) zusammen mit dem Pegelnull, bei welchem Pegelstand sie gilt. Das ist die Grundlage unseres Rechners für Durchfahrtshöhe und Wassertiefe.
Ist 250 cm viel oder wenig?
Das lässt sich nur im Vergleich sagen. Der Bodensee schwankt im Jahreslauf um rund zwei Meter: Im Winter steht er tief, im Frühsommer steigt er mit der Schneeschmelze in den Alpen. Deshalb vergleichen wir den aktuellen Wert auf der Startseite mit demselben Kalendertag der vergangenen Jahrzehnte und ordnen ihn in fünf Stufen von „sehr niedrig“ bis „sehr hoch“ ein. Wie der Jahreslauf genau aussieht, steht im Ratgeber Jahresgang des Bodensees.
Konstanz, Lindau, Berlingen: verschiedene Pegel, ein See?
Rund um den Bodensee gibt es mehrere Pegel, betrieben von Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für den Obersee zeigen sie praktisch denselben Seestand, denn die große Wasserfläche ist nahezu eben. Die Zahlen unterscheiden sich trotzdem um einige Zentimeter, weil jeder Pegel einen eigenen Nullpunkt hat – beim Pegel Lindau liegt er bei 391,84 m NHN, also 5 cm tiefer als in Konstanz.
Der Untersee ist anders: Er liegt tiefer als der Obersee und hat einen eigenen Wasserstand, gemessen zum Beispiel am Schweizer Pegel Berlingen. Schweizer Pegel geben die Höhe meist in Metern über Meer (m ü. M.) an. Dieses Höhensystem unterscheidet sich vom deutschen NHN – die Zahlen lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.
Kurz gesagt
- Der Pegelwert ist die Höhe des Wassers über dem Pegelnull, nicht die Wassertiefe.
- Pegel Konstanz: Pegelnull 391,89 m ü. NHN, Werte in cm darüber.
- Jeder Zentimeter mehr am Pegel bedeutet einen Zentimeter mehr Wasser überall am Obersee.
- Ob ein Wert hoch oder niedrig ist, zeigt erst der Vergleich mit der Jahreszeit.
Fragen
Wie tief ist der Bodensee?
An der tiefsten Stelle im Obersee rund 250 Meter. Der Pegel sagt darüber nichts aus: Er misst nur, wie hoch die Wasseroberfläche steht.
Was ist der Pegelnullpunkt?
Eine feste Bezugshöhe. Am Pegel Konstanz liegt sie bei 391,89 m über Normalhöhennull (NHN). Der Pegelwert gibt an, wie viele Zentimeter das Wasser darüber steht.
Warum zeigt Lindau einen etwas anderen Wert als Konstanz?
Jeder Pegel hat seinen eigenen Nullpunkt und misst an einer anderen Stelle. Am Obersee liegen die Werte deshalb nur wenige Zentimeter auseinander – der Seestand ist praktisch derselbe.
Kann ich aus dem Pegel ablesen, ob mein Boot aufsetzt?
Nur zusammen mit der Wassertiefe aus der Seekarte und deren Bezugswasserstand. Unser Rechner für Durchfahrtshöhe und Wassertiefe rechnet den Kartenwert auf den aktuellen Pegel um.