Niedrigwasser und Boote: Häfen, Liegeplätze, Tiefgang
Redaktion bodensee-pegel.de ·
Der Pegel Konstanz steht bei 250 cm (19:30 Uhr), 97 cm unter dem Mittel für diesen Tag – Einordnung „sehr niedrig“. Bei Niedrigwasser werden Hafeneinfahrten, Liegeplätze und Uferzonen flacher, Brücken dagegen höher. Diese Punkte sollten Bootsfahrer jetzt im Blick haben.
Vor der Fahrt: Tiefe und Tiefgang prüfen
Seekarten und Revierführer geben Wassertiefen für einen bestimmten Bezugswasserstand an. Steht der See tiefer, ist das Wasser überall um genau diese Differenz flacher. Unser Rechner für Durchfahrtshöhe und Wassertiefe rechnet den Kartenwert auf den heutigen Pegel um.
- Den tatsächlichen Tiefgang kennen – mit Ruder, Antrieb und Zuladung, nicht nur den Wert aus dem Prospekt.
- Einen Sicherheitsabstand einplanen: Wellen, Schwell von anderen Booten und Schlamm am Grund verringern die nutzbare Tiefe.
- Am Untersee gilt ein eigener, tieferer Wasserstand – dort nicht nach dem Pegel Konstanz rechnen (mehr im Ratgeber Obersee und Untersee).
Häfen und Liegeplätze
Die engsten Stellen sind meist Hafeneinfahrten und flache Liegeplätze nahe am Ufer. Im Herbst 2026 fielen in flachen Häfen und Buchten am Untersee Liegeplätze und Stege trocken; manche Boote konnten ihren Platz nicht mehr erreichen oder mussten verlegt werden.
- Vor dem Anlaufen eines fremden Hafens beim Hafenmeister nach der aktuellen Tiefe fragen.
- Hafeneinfahrten langsam und möglichst mittig befahren.
- An festen Stegen die Festmacher kontrollieren: Fällt der See, können zu kurze Leinen das Boot schräg ziehen.
- Den eigenen Liegeplatz regelmäßig prüfen, solange der Pegel weiter fällt.
Unterwegs auf dem See
- Seezeichen beachten: Tonnen und Pfähle markieren Untiefen und Fahrwasser. Bei Niedrigwasser liegen Untiefen dichter unter der Oberfläche – Abkürzungen über flache Bereiche vermeiden.
- Flachwasserzonen und Schilf: Für Schilfgebiete und Schutzgebiete gelten besondere Regeln, auch wenn das Wasser zurückgeht. Die Bestimmungen stehen in der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung und den Schutzgebietsverordnungen.
- Ankern: Bekannte Ankerplätze sind flacher als gewohnt – Tiefe vor dem Ankern loten.
Kursschiffe und Fähren
Auch die Fahrgastschifffahrt spürt das Niedrigwasser. Am 1. Oktober 2026 stellten die Bodensee-Schiffsbetriebe den Kursverkehr auf dem Untersee bis auf Weiteres ein – betroffen waren Radolfzell, Iznang, Mannenbach und die Reichenau. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein fuhr weiter, ließ aber Wangen auf der Höri und Mammern aus. Vor einem Ausflug lohnt deshalb ein Blick auf die Fahrplanseite der jeweiligen Gesellschaft.
Saisonende: rechtzeitig auswassern
Der See fällt üblicherweise bis Februar oder März weiter (siehe Jahresgang). Slipanlagen und Kranplätze können dann ins Flache geraten. Wer sein Boot über den Winter an Land holt, sollte den Termin früh mit Hafen oder Werft abstimmen.
Den aktuellen Pegel mit Einordnung zeigt die Startseite; warum der See derzeit so tief steht, erklärt der Ratgeber Warum ist der Bodensee 2026 so niedrig?
Fragen
Ab welchem Pegel wird es für Boote kritisch?
Das hängt vom Hafen, vom Liegeplatz und vom Tiefgang des Boots ab – einen einheitlichen Grenzwert gibt es nicht. Fragen Sie beim Hafenmeister nach und rechnen Sie die Wassertiefe aus der Seekarte mit unserem Rechner auf den aktuellen Pegel um.
Fahren die Kursschiffe bei Niedrigwasser?
Meist ja, aber einzelne Anlegestellen können ausfallen. Im Herbst 2026 stellten die Bodensee-Schiffsbetriebe den Verkehr auf dem Untersee ganz ein. Aktuelle Änderungen veröffentlichen die Schifffahrtsgesellschaften auf ihren Fahrplanseiten.
Soll ich mein Boot früher auswassern?
Wenn der See weiter fällt, kann das Auswassern an flachen Slipanlagen und Kränen schwieriger werden. Im Niedrigwasser-Jahr 2022 holten viele Eigner ihre Boote deshalb früher aus dem Wasser. Sprechen Sie Termine rechtzeitig mit Hafen oder Werft ab.